Woher unser Trinkwasser kommt

Jeder Einwohner von Eitorf verbraucht pro Tag im Durchschnitt 111 Liter Trinkwasser. Der Bundesdurchschnittswert liegt bei 123 Litern pro Tag. Doch woher kommt eigentlich das Wasser, das Sie jeden Tag trinken, mit dem sie duschen, Ihre Waschmaschine betreiben und Ihre Pflanzen gießen? Es stammt zum weitaus größten Teil aus der Wahnbachtalsperre sowie zu einem kleinen Teil aus Grundwasser des Hennefer Siegbogens. Das Eitorfer Trinkwasser wird vom Wahnbachtalsperrenverband (WTV) in Siegburg-Siegelsknippen über dicke Rohrleitungen zu uns gepumpt. Dabei legt das Wasser bis nach Eitorf nur einen vergleichsweise kurzen Weg zurück: Aus der Wahnbachtalsperre werden die Menschen in einem großen Gebiet mit Trinkwasser versorgt, das u.a. bis nach Ahrweiler, Rheinbach, Bonn und Bornheim reicht.

Auf der Internetseite des Wahnbachtalsperrenverbands erfahren Sie unter www.wahnbach.de alles Wichtige über die Gewinnung, Aufbereitung, Verteilung und die Qualitätssicherung Ihres Trinkwassers! In Eitorf sorgen wir dann für die Wasserverteilung an Sie im eigenen, rund 180 km langen Leitungsnetz. Das sind jährlich etwa 900.000 Kubikmeter (entspricht ca. 2.500 Kubikmeter pro Tag). Sollte einmal eine Hauptleitung aus Siegburg einen Defekt haben, können wir auf die Vorräte von drei Wasserhochbehältern zurückgreifen und eine Versorgungslücke für mehrere Stunden überbrücken. Zwei Druckerhöhungsanlagen sorgen dafür, dass Ihr Wasser immer fließt.

WAS KOSTET UNSER TRINKWASSER?

Vielen Kunden ist der Preis des Trinkwassers nicht oder nur ungefähr bekannt. Oft wird ein zu hoher Preis angenommen, weil er gedanklich mit dem Abwasserpreis zusammengefasst wird. Der folgende Artikel soll helfen, ein besseres »Gefühl« für den tatsächlichen Preis des Trinkwassers in Eitorf zu bekommen.

Da der Trinkwasserbezug verbrauchunabhängige und -abhängige Komponenten enthält und darüber hinaus der Verbrauch individuell sehr stark schwankt, gibt es nicht „den Preis“ pro Liter oder Kubikmeter. Am ehesten machen deshalb Beispiele deutlich, welcher Trinkwasserpreis zu zahlen ist: Der Beispiel-1-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus verbraucht pro Jahr 36 Kubikmeter = 36.000 Liter Trinkwasser. Dies entspricht dem Durchschnittsverbrauch pro Person und Jahr in Eitorf. Einschließlich der Grundgebühr zahlt er hierfür monatlich 15,53 €. Der tägliche Bezug von 100 Liter kostet rund 52 Cent. Der Literpreis für Trinkwasser beträgt für diesen Eitorfer Haushalt rd. 0,52 Cent. Der Beispiel-4-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus verbraucht pro Jahr 160 Kubikmeter = 160.000 Liter Trinkwasser. Er verbraucht damit 10 Prozent mehr als der durchschnittliche 4-Personen-Haushalt. Einschließlich der Grundgebühr zahlt er hierfür monatlich 32,17 €. Der tägliche Bezug von 438 Liter kostet etwas über 1 Euro. Der Literpreis für Trinkwasser beträgt für diesen Eitorfer Haushalt rd. 0,24 Cent.

Die weitaus überwiegende Zahl der Verbraucher in Eitorf bezahlt danach pro Tag rund 1 € oder weniger für das in den Haushalt gelieferte Trinkwasser. Dafür erhalten Sie bestes Trinkwasser aus der Wahnbachtalsperre, welches sowohl geschmacklich als auch von seiner Qualität mit zum besten gehört, was es in Deutschland gibt, und dies zudem vor dem Hintergrund der erheblichen Aufwendungen für die hygienische Speicherung, Aufbereitung und Verteilung des kostenbaren Gutes »Trinkwasser«.

Die Qualität Ihres Trinkwassers

Unser Trinkwasser in Eitorf hat den Härtebereich »weich«. Der Härtegrad »weich« ist ein Indikator dafür, dass das Trinkwasser wenig kalkhaltig ist. Das ist sehr gut, denn so benötigen Sie immer nur die geringste empfohlene Dosierung von Wasch- und Reinigungsmitteln, etwa für Ihre Waschmaschine. Außerdem ist die Qualität unseres Trinkwassers sehr hoch – das wird laufend überprüft. Die Grenzwerte für das Trinkwasser stehen in der deutschen Trinkwasserverordnung niedergeschrieben. Durch ständige Wasseranalysen wird kontrolliert, dass diese Grenzwerte immer eingehalten werden. Kein anderes Lebensmittel wird so genau und so oft kontrolliert wie unser Trinkwasser. Der Wahnbachtalsperrenverband betreibt darüber hinaus konsequenten Gewässerschutz. Dafür arbeitet er auch mit der Landwirtschaft zusammen, damit keine Düngemittel in Wasserschutzgebiete und dadurch in unser Trinkwasser gelangen.

Bevor das Wasser zu uns nach Eitorf kommt, wird es in einer modernen Trinkwasseraufbereitungsanlage bearbeitet. Winzige Stör- und Schadstoffpartikel werden dort beispielsweise herausgefiltert, damit die Qualität des Wassers immer gleichbleibend hoch ist. Aktuelle Informationen zur Trinkwasserbeschaffenheit und der verwendeten Aufbereitungsstoffe für das Trinkwasser (Mitteilung des WTV, Stand Januar 2020) finden Sie nachfolgend:

Bekanntgabe TW-Härtebereiche für 2019

Mitteilung Aufbereitungsstoffe 2019

Wasserhochbehälter Josefshöhe

Der Hochbehälter »Josefshöhe« wurde im Jahr 2005 fertiggestellt. Er ist der mit Abstand größte Wasserspeicher der Gemeindewerke. Die Betriebshalle hat einen Umfang von 30 mal 16 Meter und ist 11 Meter hoch. Die Außenfassade wurde gedämmt und mit Lärchenholz verkleidet. Die Halle hat ein Dach aus wärmegedämmten Trapezblechen. In der Halle befinden sie zwei gleich große Edelstahlbehälter mit einem Fassungsvermögen von je 1.000 Kubikmetern Wasser. Zweimal jährlich wird die Anlage vollständig gereinigt.

Das Wasser wird laufend aus den Behältern entnommen und wieder nachgefüllt, sodass dort immer frisches Wasser vorgehalten wird. So stellen die Gemeindewerke sicher, dass ein Großteil der Eitorfer Bevölkerung auch bei einer Unterbrechung der Versorgung durch den Wahnbachtalsperrenverband noch einige Stunden weiterversorgt wird – wenn ein Rohrbruch an einer Hauptleitung des Wahnbachtalsperrenverbands einträte. Mit dem Vorrat im Hochbehälter Josefshöhe können wir diese Unterbrechung zeitweise überbrücken. In der Regel werden Defekte im Laufe von einigen Stunden repariert. Zwei kleinere Hochbehälter versorgen die Ortsteile Lindscheid und Rodder.

Die Betriebshalle auf der Josefshöhe hat noch eine weitere nützliche Funktion: Sie dient der Stromerzeugung. Auf dem Dach haben die Gemeindewerke im Jahr 2005 eine Fotovoltaikanlage installiert. Insgesamt 230 Quadratmeter Solarmodule speisen seither eine maximale Leistung von rund 29 kWp (Kilowatt-Peak) ins öffentliche Stromnetz ein. Während der vorgesehenen Nutzungsdauer von mindestens 20 Jahren sollen dadurch 260 Tonnen Kohendioxid eingespart und etwa 435.000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden.

Wenn Sie mal einen interessierten Blick in die Anlage werfen wollen, können Sie sich gerne für eine Besichtigung anmelden. Bitte setzen Sie sich wegen eines Termins direkt mit unserem Rohrnetzmeister Rainer Ersfeld (T: 02243 89-192) in Verbindung.

TRINKWASSERVERSORGUNGSKONZEPT

Mit der Neufassung des Landeswassergesetzes NRW zum 16.Juli 2016 wurden die Gemeinden in §38 Abs. 3 LWG verpflichtet, zur langfristigen Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung, ein Konzept über den Stand und die künftige Entwicklung der Wasserversorgung in ihrem Stadtgebiet aufzustellen. Das Wasserversorgungskonzept soll die wesentlichen Angaben enthalten, die es ermöglichen nachzuvollziehen, dass im Gemeindegebiet die Wasserversorgung jetzt und auch in Zukunft sichergestellt ist.

Wasserversorgungskonzept zum Download

Entsorgungsbetrieb

Technischer Umweltschutz
Ihre Abwassergebühren werden von den Gemeindewerken Eitorf zum Nutzen der Umwelt eingesetzt.

Klärung des Abwassers
Durch die Vorbehandlung des Abwassers in unserer Kläranlage sorgen wir dafür, dass die Gewässer und die Natur an der Sieg nicht mit Schadstoffen belastet werden. Unsere Kläranlage bereitet das Wasser so gut auf, dass man es unbedenklich in die Sieg einleiten kann. Das machen wir auch so.

Energie aus Klärschlamm
Der Klärschlamm wird wiederverwertet. Wir lagern ihn zunächst in sogenannte »Faultürme« ein. Hier entsteht Faulgas, besser bekannt als Methangas. Das wird in unserem hauseigenen Blockheizkraftwerk in Energie umgesetzt. Mit der elektrischen Energie betreiben wir die Reinigungsanlage im Klärwerk. Die thermische Energie nutzen wir für die Beheizung unserer Betriebsräume und, um in den Faultürmen die Gärungsprozesse in Gang zu setzen.

Nutzung des Klärschlamms für die Landwirtschaft
Früher hat man den Klärschlamm einfach als Dünger auf die Felder in der Landwirtschaft ausgebracht. Das ist jedoch schon lange nicht mehr der umwelttechnische Standard. Aktuell wird der Klärschlamm aus den Faultürmen von einem Spezialunternehmen abgeholt. Ein Teil des Schlamms wird dann zur Müllverbrennungsanlage in Bonn gebracht. Denn wenn er zu viel Schwermetalle, Mikroplastik oder multiresistente Keime enthält, muss alles verbrannt werden. Der Rest des Eitorfer Klärschlamms ist aber so hochwertig, dass er in Kompostieranlagen weiterverarbeitet und anschließend in der Landwirtschaft genutzt werden kann.

Die Überprüfung des Rohrleitungsnetzes
Damit es bei möglichen Rohrbrüchen nicht zu Umweltverschmutzung kommt, wird das Kanalnetz in Eitorf präventiv überwacht. Die Rohrleitungen werden regelmäßig durchgespült und wir schicken Kameras durch die Rohre, um schadhafte Stellen frühzeitig zu erkennen. Das müssen wir auch tun, denn die Gemeinde hat die Pflicht, das Kanalnetz zu pflegen. Wir überprüfen das Netz auf Dichtheit und die Abflussleistung, wir passen es den Anforderungen an den Entwässerungskomfort durch Siedlungsentwicklung an und berücksichtigen die Starkregenproblematik.

Wie funktioniert eigentlich die Eitorfer Kläranlage?

Über das Eitorfer Kanalnetz wird das täglich anfallende Abwasser zur Kläranlage in Eitorf-Harmonie abgeleitet. Dort werden zunächst größere Feststoffe mit einer automatisierten Rechenanlage aus dem Abwasser entfernt. Dann gelangt das Abwasser in den sogenannten Sandfang. Hier werden Sand und kleine Steine mittels Druckluftheber beseitigt. Im Abwasser enthaltene Fette werden mittels Fettabscheider entfernt. Anschließend fließt das Abwasser in ein großes Vorreinigungsbecken. Hier machen wir uns das Gewicht der einzelnen Stoffe zunutze, die sich im Becken bei geringer Fließgeschwindigkeit absetzen. Diese Stoffe bilden den Klärschlamm, der in den Faultürmen zur Methangasgewinnung dient.

Das vorgereinigte Abwasser gelangt dann in die biologischen Reinigungsstufen: Ein Teil des Abwassers wandert in unsere Membrananlage, die mit Unterdruck arbeitet und kleinste Schadstoffe in mikrofeinen Sieben herausfiltert. Diese Technik konnten wir im Jahr 2005 in unsere Kläranlage integrieren. Das Wasser, welches aus dieser Membranlage kommt, entspricht höchsten Umweltstandards und kann das Klärwerk auf direktem Wege verlassen.

Der andere Teil des Abwassers gelangt in das biologische Belebungsbecken. Hier werden Kleinstlebewesen und Bakterien dazu benutzt, um vorhandene Stoffe im Abwasser zu zersetzen. Dabei machen wir uns die gleichen Prozesse zu Nutze, die so auch in der Natur ablaufen. Diese werden in der Kläranlage nur beschleunigt. Bei der biologischen Reinigung wird das Abwasser phasenweise auch mit Sauerstoff angereichert, um organische Inhaltsstoffe aus dem Abwasser zu entfernen. Gleichzeitig entstehen durch die Sauerstoffzugabe keine übel riechenden Gase. Wenn das Wasser das biologische Belebungsbecken verlässt, durchläuft es nochmals eine Nachklärung, bevor es ebenfalls unbedenklich wieder der Natur zugeführt werden kann. In unserem Falle ist dies die Sieg.

Das Abwasserbeseitigungskonzept – ein Sechsjahresplan

Die Gemeindewerke Eitorf müssen alle sechs Jahre ein Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) vorlegen. Darin werden die Maßnahmen zur Sicherstellung der Abwasserbeseitigung und -behandlung zusammengestellt. Das derzeitige ABK sieht für die Jahre 2020 bis 2025 Investition in die abwassertechnischen Anlagen in Höhe von 22,32 Millionen Euro vor. Hier können Sie das aktuelle ABK für die Gemeinde Eitorf einsehen.

Abwasserbeseitigungskonzept zum Download