Am Freitag, 9. Oktober 2026, war die Gemeindebibliothek Eitorf ab 19 Uhr Schauplatz eines heiteren und sprachlich vielseitigen Literaturabends. Bei freiem Eintritt erlebten die Zuhörerinnen und Zuhörer eine gut besuchte Autorenlesung mit Peter Lorber, der als Journalist, Autor und Dichter aus Unterfranken stammt und als „Der Reimeschmied“ bekannt ist.
Im Mittelpunkt des Programms stand der Leitgedanke: „Wer oder was nicht rechtzeitig das Weite sucht, wandert ins Gedicht!“ Dieser Satz war zugleich eine treffende Einladung in die besondere Welt des Autors, in der Alltagsbeobachtungen, menschliche Eigenheiten und überraschende Einfälle ihren Weg in gereimte Geschichten finden.
Peter Lorber unterhielt das Publikum mit humorvollen Versen, intelligenten Witzen und überraschenden Pointen bestens. Seine Vortragsweise wirkte locker und unmittelbar, sodass schnell eine gelöste Atmosphäre entstand. Immer wieder war herzliches Gelächter zu hören, wenn eine zunächst alltäglich wirkende Beobachtung in eine unerwartete Richtung führte.
Auch das augenzwinkernde Selbsturteil des Autors gehörte zum Abend: Neben den intelligenten Witzen, so Lorber sinngemäß, gab es gelegentlich auch „saublöde“ Witze. Gerade diese selbstironische Offenheit passte zu seinem Auftritt und machte deutlich, dass Humor nicht immer geschniegelt und hochtrabend daherkommen muss, um sein Publikum zu erreichen.
Die Pause nutzten die Gäste zum Austausch und zu angenehmen Gesprächen. Dabei wurde deutlich, wie sehr die Lesung zum gemeinsamen Erleben eingeladen hatte: Die Zuhörerinnen und Zuhörer kamen miteinander ins Gespräch, griffen Eindrücke auf und ließen die heiteren Momente des bisherigen Abends nachwirken.
Inhaltlich zeigte sich die Lesung ausgesprochen abwechslungsreich. Ein Goldfisch in einer nur scheinbar friedvollen Glaskugel bot Anlass für einen ebenso komischen wie hintergründigen Blick auf die vermeintliche Ruhe im Kleinen. Auch Hannibal kam zur Sprache – als möglicher Urheber des rheinischen Karnevals eine überraschende Verbindung, die Geschichte und rheinische Lebensfreude auf ungewöhnliche Weise zusammenführte.
Ein weiterer Held der Lesung fürchtet sich vor nichts – außer vor Kanülen. Solche Einfälle lebten von der präzisen Beobachtung menschlicher Schwächen und davon, dass Lorber aus einer kleinen Besonderheit eine pointierte Geschichte entstehen ließ. Zwischenmenschliche, tierische, zeitgeistige, laszive und schwarzhumorige Themen fanden gleichermaßen ihren Platz.
Peter Lorber bewies dabei einen besonderen Blick für die kleinen und großen Absurditäten des Lebens. Er nahm scheinbar Nebensächliches ernst genug, um es genau zu betrachten, und zugleich leicht genug, um daraus Sprachwitz und überraschende Wendungen zu gewinnen. Seine Freude am Spiel mit Sprache war in jedem Themenwechsel spürbar.
Die Geschichten und Gedanken des Abends waren in klassischen Knittelversen verdichtet. Diese gereimte Form gab der Lesung ihren eigenen Charakter: Sie verlieh den Texten Rhythmus, sorgte für einen besonderen Klang und schärfte den Blick auf die Pointen. Gedanken wurden nicht einfach erzählt, sondern sprachlich zugespitzt, bis aus einer Beobachtung ein Gedicht und aus einer Alltagsszene eine kleine literarische Überraschung wurde.
Mit fränkischem Frohsinn zeigte Peter Lorber, dass fränkischer Humor durchaus mit rheinischem Humor mithalten kann. Sein Auftritt verband die genaue Beobachtung des Alltags mit einer spürbaren Lust an Reim, Rhythmus und Übertreibung. So entstand ein Abend, der unterhielt, ohne beliebig zu wirken, und der zugleich zeigte, wie viel Komik in Sprache und Alltag verborgen liegt.
Die Autoren-Lesung in der Gemeindebibliothek Eitorf bleibt damit als warmherziger und abwechslungsreicher Abend in Erinnerung. Peter Lorber brachte sein Publikum zum Lachen, überraschte mit ungewöhnlichen Perspektiven und lud dazu ein, die kleinen Absurditäten des Lebens vielleicht auch nach der Lesung noch mit einem neugierigeren und heitereren Blick wahrzunehmen.