Ein Gespräch mit Dr. Rüdiger Storch, Bürgermeister von Eitorf

Ein liebens- und lebenswertes Mittelzentrum

Herr Storch, wann und warum sind Sie nach Eitorf gezogen?
Ich habe früher in Frankfurt in der chemischen Industrie gearbeitet. Im Jahr 2000 wurde mein Dienstsitz nach Troisdorf verlegt. Damals habe ich mich mit meiner Familie für Eitorf als Wohnsitz entschieden, denn hier gibt es alles, was man braucht: Schulen, Ärzte und ein Krankenhaus. Für mich war ein weiterer Punkt ganz wichtig: Ich wollte nicht mit dem Auto zum Arbeitsplatz fahren, sondern mit Bus und Bahn. Das Pendeln von Eitorf nach Troisdorf hat immer ganz hervorragend funktioniert.

Was macht Eitorf attraktiv, um hier zu leben?
Eitorf ist landschaftlich wunderschön in und am Siegtal zwischen Bergischem Land und Westerwald gelegen. Die vielfältige Landschaft, wo andere Urlaub machen, hat ihren ganz besonderen Reiz. Außerdem kann man es sich leisten, hier zu leben: Im Siegtal sinken die Mieten und die Grundstückspreise, je weiter Sie die Sieg hinter Hennef flussaufwärts betrachten. Hier in Eitorf ist man noch nah genug an Bonn und Köln, um dorthin zu pendeln, aber weit genug entfernt, dass die Preise noch erschwinglich sind. Unsere Schulen halten wir übrigens baulich gut in Schuss. Es ist uns wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler in einer Wohlfühlatmosphäre lernen.

Welche Eigenschaften zeichnen die Menschen aus, die in Eitorf leben?
Die Eitorfer sind Rheinländer mit allen dazugehörigen positiven Eigenschaften: Sie sind ist fröhlich und offen und nehmen die Zugezogenen gerne auf, wenn diese ebenfalls auf sie zugehen. Man findet sehr gut Anschluss in Eitorf, zum Beispiel über die Vereine: Ich spiele Basstuba in einem Blechbläserensemble. Meine Frau ist die Vorsitzende des Pfarrchores St. Patricius und Mitglied im Karnevalsverein Mokkakännchen. Auch darüber entstehen Freundschaften, die lange halten. Mir kommt es so vor, als hätte ich schon immer in Eitorf gelebt.

Es ist ja nicht selbstverständlich, dass es hier ein Krankenhaus gibt...
Wir sind stolz darauf, dass wir in Eitorf ein Krankenhaus haben, das sich mit der Orthopädie und der Inneren Abteilung einen sehr guten Ruf erarbeitet hat. Die Gemeinde ist dort nicht mehr Miteigentümer. Das war ein schmerzhafter und umstrittener politischer Prozess. Das Ergebnis ist jedoch sehr gut für Eitorf: Wir haben heute ein wunderbares, gestärktes Krankenhaus.

Warum ist das Integrierte Handlungskonzept zur weiteren Entwicklung der Gemeinde so wichtig?
Wir haben früher vor allem versucht, zu sparen. Dann haben wir umgesteuert und haben wir uns für maßvolles Investieren entschieden, denn die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde ist relativ gering. Im Rahmen der Regionale 2010 konnte etwa das Bahnhofsumfeld umgestaltet werden. Mit dem Integrierten Handlungskonzept gehen wir jetzt den Ortskern an. Wir haben bereits sehr viele geförderte Sanierungs- und Bauprojekte angestoßen, um Eitorf langfristig attraktiv zu erhalten. Das braucht in der Umsetzung aber alles seine Zeit, sodass auch künftigen Bürgermeistern von Eitorf die Arbeit nicht ausgehen wird.