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Aufbau, Ziele, Inhalte

Seniorenvertretungen - Aufbau, Ziele, Inhalte

Seniorenvertretungen - dieser Begriff wird hier als Oberbegriff für Seniorenräte, Seniorenbeiräte usw. verwendet - erleben in den vergangenen Jahren einen erheblichen Zuwachs. Wurden 1986 deutschlandweit erst 147 Seniorenvertretungen gezählt, waren es 1996 bereits 735. Die letzte Erhebung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesseniorenvertretungen (BAG LSV) aus dem Jahre 2004 kommt bereits auf über 1.000 Seniorenvertretungen.

Seniorenvertretungen arbeiten im vorparlamentarischen Raum als Bindeglied zwischen Politik, Verwaltung und älteren Menschen auf kommunaler Ebene sowie auf der Landes- und Bundesebene. Sie ermöglichen und sichern vor diesem Hintergrund die Teilhabe älterer Menschen. Sie stellen daher eine besonders wichtige Form des bürgerlichen Engagements dar.


Aufbau
Auf kommunaler Ebene sind Seniorenvertretungen selbstorganisierte, freiwillige Einrichtungen; ihre Existenz ist nicht gesetzlich verankert. Sie bilden sich durch demokratische Verfahren (Wahl und Delegation) und haben das Ziel, die politische Teilhabe älterer und alter Menschen zu stärken. Die kommunalen Seniorenvertretungen sind in den Landesseniorenvertretungen zusammengeschlossen und diese wiederum bilden die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesseniorenvertretungen e.V.

Daraus wird die Organisationsstruktur von Seniorenvertretungen deutlich: Von der kommunalen Ebene werden über die Länderebene bis zur Bundesebene politische Prozesse organisiert, transportiert und politische Teilhabe angestrebt. Gleichzeitig findet ein Rückfluss statt, d.h. von der Bundesebene können über die Länderebene politische Prozesse mit Hilfe von Seniorenvertretungen auf die kommunale Ebene gebracht werden.

Ziele
Ziel der Seniorenvertretungen ist die Interessenvertretung älterer Menschen gegenüber und zusammen mit staatlichen Institutionen, politischen Parteien und der Öffentlichkeit. Damit bieten sie Chancen und Möglichkeiten zur Verwirklichung der Teilhabe (Partizipation) älterer Menschen am politischen Geschehen auch außerhalb der Parteien. Die gesellschaftlichen Bedingungen für ältere Menschen sollen mitgestaltet werden; ihr Einfluss auf politische Entscheidungen, die ihre Lebenssituation betreffen, soll gestärkt werden.

Seniorenvertretungen haben wichtige Funktionen als Partner der Politik:

  • Bündlungsfunktion, d. h. SV bündeln Interessen und Forderungen älterer Menschen auf kommunaler Ebene,
  • Mittlerfunktion, d. h. SV vermitteln Interessen und Forderungen älterer Menschen, an Politik und Verwaltung und Öffentlichkeit,
  • Beobachterfunktion, d. h. SV beobachten ob und wie sich die Einhaltung der Rechte und Würde älterer Menschen gestaltet,
  • Beraterfunktion, d. h. SV beraten Politik und Verwaltung aus der Perspektive der Lebenswelt älterer Menschen.

Inhalte

Aufgaben:

  • Kooperation mit allen altenpolitisch relevanten Akteuren
  • Vermittlung von Informationen an Politik, Verwaltung und altenpolitische Akteure
  • Öffentlichkeitsarbeit für ältere Menschen und das Alter

Themen

Zu den zentralen Themen gehören:

  • Gesundheit
  • Pflege
  • Altersversorgung
  • Altersbildung
  • Altersdiskkriminierung
  • Umsetzung internationalen und EU-Rechts auf nationaler Ebene

Quellen:
Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesseniorenvertretungen - BAG LSV - e.V.: Wer wir sind und was wir wollen (Febr. 2007)
Politische Partizipation älterer Menschen am Beispiel der Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen e. V.; Festschrift